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eFTI und e-CMR: was sich bis 2027 für Ihre CMR-Daten ändert

Veröffentlicht: 2026-09-01

Artikel verfasst von Natys Vytautas, Geschäftsführer UAB NVGroup.

Am 9. Juli 2027 tritt die EU-eFTI-Verordnung (2020/1056) in Kraft — ab diesem Datum müssen Behörden der Mitgliedstaaten elektronische Frachtdaten über zertifizierte Plattformen akzeptieren. Das bedeutet nicht, dass der Papier-CMR über Nacht verschwindet — aber es bedeutet, dass die Richtung bereits feststeht, und Entscheidungsträger in Logistikunternehmen dieses Thema schon jetzt aufwerfen, nicht erst im Frühjahr 2027.

Was sich genau ändert

Die Verordnung zwingt Unternehmen nicht zur Digitalisierung — sie verpflichtet Behörden zur Annahme elektronischer Daten, wenn der Betreiber sich entscheidet, diese über eine zertifizierte eFTI-Plattform bereitzustellen. Im Januar 2025 traten die ersten Durchführungsrechtsakte in Kraft. 2026 — Plattformen und Dienstleister können sich auf den Betrieb vorbereiten, und Behörden können freiwillig beginnen, Daten zu Testzwecken anzunehmen. Die restlichen technischen Spezifikationen sollen bis Dezember 2026 verabschiedet werden.

Ein eng verwandter Prozess ist e-CMR, der elektronische Frachtbrief gemäß dem Zusatzprotokoll zum CMR-Übereinkommen von 2008. Er ist bereits seit 2011 rechtsgültig, wurde aber wegen fehlender technischer Regeln und einer gemeinsamen EU-Plattform kaum verwendet. Branchenerwartungen sehen 2026 als praktischen Wendepunkt für die breite e-CMR-Einführung, mit voller Akzeptanz um 2029.

Warum das für Spediteure jetzt wichtig ist, nicht 2027

Zwei Gründe, nicht nur einer:

  1. Die Datenstruktur ändert sich. Der gemeinsame eFTI-Datensatz basiert auf dem UN/CEFACT-Multimodalen-Transport-Referenzdatenmodell (MMT-RDM), abgestimmt mit dem Datenmodell des EU-Zollkodex. Das bedeutet — Ihre CMR-Daten müssen einer konkreten, standardisierten Struktur entsprechen, nicht irgendeinem internen Format, das Sie heute verwenden.
  2. Das Zeitfenster für die Wahl schließt sich. Wie eine Branchenquelle anmerkt — Frachtführer, die sich früh zertifizieren lassen, werden ihren Kunden schon in der zweiten Hälfte 2026 sagen, an welches System sie sich anschließen sollen. Wer nicht vorbereitet ist, bekommt eine Lösung aufgezwungen, statt selbst zu wählen.

Was das praktisch bedeutet

Sie müssen keine zertifizierte eFTI-Plattform werden — das ist ein teurer, komplexer Prozess für große Infrastrukturanbieter, nicht für jedes Logistikunternehmen. Sie brauchen etwas anderes: dass Ihre CMR-Daten schon heute in einer Form strukturiert sind, die Sie jederzeit auf jede zertifizierte Plattform Ihrer Wahl übertragen können.

Genau diese Grenze halten wir selbst ein: Datenextraktion und -strukturierung — ja; rechtliche Dokumentenzertifizierung oder Plattformstatus — nein, zumindest solange die technischen Spezifikationen nicht endgültig festgelegt sind.

Wie man sich jetzt vorbereitet

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